Foto 4Förderverein Marienkirche Groß Salitz e.V.

Die Marienkirche in Groß Salitz ist eine der ältesten Kirchen Mecklenburgs. 1230 wird Groß Salitz als Pfarrdorf im Ratzeburger Zehntregister erwähnt. Entgegen bisheriger Vermutungen liegt der Baubeginn schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Bau wurde als dreischiffige Basilika ausgeführt. Dies und der ungewöhnlich reiche innere und äußere Schmuck durch Formensteine und Terrakotten lässt eine besondere Bedeutung der Kirche über die Region heraus vermuten. Wahrscheinlich war sie eine Wallfahrtskirche.
Zunächst stand die Kirche unter dem Patronat des Kirchherrn zu Gadebusch. Spätestens im 17. Jahrhundert ging das Patronat auf die Familie Lützow über, zu deren Gut Groß Salitz seit Anfang des 14. Jahrhunderts gehörte. Die Lützowsche Grabkapelle, zwei Epitaphien aus dem 16. Jahrhundert und die nördliche, sogenannte Patronatsempore geben noch heute Zeugnis davon. Der bedeutende Orgelbauer Friedrich Friese (I) errichtete in den Jahren 1818/1819 die noch heute bespielte Orgel. Sie ist jedoch in arg desolatem Zustand.

Der für eine Dorfkirche ungewöhnliche Basilikabautyp, die prägnant-kontrastreiche Formverbindung von Turm und Schiff und eine erstaunliche Fülle an architektonischen und bildplastischen Details machen die Groß Salitzer Marienkirche zu einem Kleinod in der reichen mecklenburgischen Kirchenbaulandschaft. In den Jahrhunderten ihrer Nutzung gab es zahlreiche Baueingriffe, Veränderungen und Erneuerungen. Niemals jedoch verlor sie ihre einzigartige Ausstrahlung.

Nach der Instandsetzung des Kirchturmes 1995 und dem Bau eines kleinen Gemeinderaums unten im Turm stehen nun Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten an der Basilika an. Ebenso konnte 2006 der Dachstuhl des Mittelschiffes sowie seine Mauerauflage saniert werden.